Mammutmarsch Stuttgart 2024

Mammutmarsch Stuttgart 2024
Mein Erlebnisbericht: 30 km, wo sich Essiggurken schlängeln und Kuchen am Schloss Solitude krümeln!
Der Ursprung meines Abenteuers – oder wie alles begann!
Der Mammutmarsch hat eine lange Tradition, die 2006 in Berlin begann. Zwei Freunde beschlossen damals, 100 Kilometer in 24 Stunden zu wandern – einfach, um zu sehen, ob sie es schaffen. Diese Idee entwickelte sich bald zu einer festen Größe in der deutschen Wander- und Laufkultur. Mammutmarsch Stuttgart 2024 – das war mein Abenteuer. Inspiriert von laufbegeisterten Freunden und motiviert durch die Aussicht auf eine harmonische Fahrgemeinschaft, meldete ich mich für die 30 Kilometer an. Was als Teil meiner Marathonvorbereitung für den Rock´n Roll in San Antonio im Dezember begann, entwickelte sich zu einer unvergesslichen Reise voller Motivation, Essiggurken und überraschend guten Gesprächen.
Der Start – Ein Mammut für Mut
Kaum waren wir angekommen, ging es erst mal zum Einchecken. Doch bevor wir loslegen konnten, wurden wir von einem riesigen, aufgeblasenen Mammut begrüßt – dem inoffiziellen Maskottchen des Mammutmarsches. Dieses Mammut war stolz, groß und irgendwie ein bisschen einschüchternd. Neben dem Mammut sahen wir auch die Medaillen, die uns vermutlich motivieren sollten: „Seht her, das könnt ihr haben, wenn ihr überlebt!“ schien die Botschaft zu sein. Und als ob das nicht schon genug wäre, wurde uns versprochen: „Es gibt später auch Freibier.“ Gut, dass ich nicht wegen des Biers hier war – ich war auf der Suche nach den sagenumwobenen Weinbergen!
Wo sind die Weinberge? – Nur ein Running Gag?
Weinberge? Fehlanzeige. Stattdessen fanden wir uns auf kilometerlangen Waldwegen wieder. Die versprochenen Weinberge blieben ein Mysterium, und so entstand unser Running Gag: „Hinter dem nächsten Hügel müssen sie doch sein!“ Aber nein, nur mehr Wald. Vielleicht sind die Weinberge nur für die 60-Kilometer-Läufer gedacht? Wie auch immer, die bunten Herbstblätter entschädigten uns, und die Traumlandschaft Stuttgarts zeigte sich von ihrer besten Seite.
Die Strecke – Wälder, Wiesen und das Schloss Solitude
Der Mammutmarsch Stuttgart führte uns durch beeindruckende Natur: Wälder, leuchtende Wiesen und gelegentliche Blicke auf die Stadt. Der kräftezehrende Anstieg zum Schloss Solitude war so anstrengend, dass ich mir sicher war, auf dem Weg versehentlich zum Bergsteigertraining abgebogen zu sein. Oben angekommen, empfing uns das Schloss mit seiner Majestät – und plötzlich vergaß ich fast, dass ich die ganze Zeit nach Weinbergen Ausschau gehalten hatte. Stattdessen erwartete uns eine einzigartige Aussicht über einen Teil Stuttgarts und ein Kuchenmeer!
Das führt meine Gedanken zu den Verpflegungsstationen:
Der Beginn einer Essiggurken-Invasion und inspirierende Bananen: Auf in den Kampf!
Die Verpflegungsstationen des Mammutmarsches waren königlich. Essiggurken gegen Krämpfe, frisches Obst und das besagte Kuchenmeer am Schloss – was will man mehr? Besonders genial waren die Bananen mit motivierenden Sprüchen wie „Weiter geht´s Rockerbanane, du bist Spitze!“. Wer hätte gedacht, dass mich ausgerechnet eine Banane zum Lachen bringt, während ich meine Waden spüre?
Am Schloss Solitude: Königliches Kuchenlabyrinth und die unerschütterliche Hoffnung auf Weinberge
Am Schloss Solitude wurden wir nicht nur mit der Aussicht, sondern auch mit einer kulinarischen Auswahl belohnt, die jeden Adel blass aussehen lassen würde. „Fürstlich speisen und laufen – besser wird’s nicht!“, dachte ich, während ich mir die Auswahl ansah. An dieser Station, einem wahren Höhepunkt des Laufs, kam auch der Humor nicht zu kurz. Wir amüsierten uns über ein Schild, das zur ‘vollendeten Gartenkunst’ einlud und uns durch ein imaginäres Labyrinth zu führen schien. „Verirren könnte hier zum vornehmen Vergnügen werden. Wer braucht schon einen Plan, wenn man nach jedem fünften Kilometer ein Labyrinth zum Navigieren hat?“, witzelte ich, als wir uns entschieden, das Labyrinth der Wege hinter uns zu lassen, um unseren Marsch der 30 km fortzusetzen, während die 60 km-Kämpfer uns nun verließen.
Entkommen aus dem Hotdog-Labyrinth: Verwirrt im Werbemodus durch Möbel- und Parfümketten – schon den Eingang kaum gefunden!
Bei Kilometer 17,5, auf einem Trainingsplatz neben einem Schulgebäude, gab es Hotdogs – inklusive vegetarischer Variante. Sofort schoss mir die Idee eines Labyrinths in den Kopf, wie bei dieser Möbelkette, wo man erst durch zig Abteilungen irrt, bevor man den ersehnten Hotdog bekommt. „Come in and find out… wie du hier wieder rauskommst!“, dachte ich schmunzelnd im Werbemodus, während ich mich über den Hotdog meiner mich inspirierenden Begleiter amüsierte. Zum Glück ging’s hier ohne Umwege durch Mitnahme-Regale, denn Merchandise gab es erst im Ziel – obwohl ich das kleine süße Mammut gerne eine Weile geschleppt hätte: Hotdog schnappen und direkt weiter – bevor wir doch noch in einem der Labyrinthe gefangen werden!
Waldabenteuer und Flucht vor dem Holzlöffel – Der Endspurt beginnt!
Eine besonders erinnerungswürdige Station befand sich mitten im Wald. Dort gab es Suppe – allerdings ohne Einlage, da diese sich noch auf Temperatur bringen musste und uns eigentlich auch, so war wohl der Plan. Kein Problem, dachte ich mir, denn die Suppe kam in einer Plastikschüssel, aber der Clou war der Holzlöffel dazu. Vielleicht war das eine Hommage an den Wald um uns herum, oder ein kreativer Versuch, Plastik zu sparen? Was auch immer der Grund war, ich beschloss, die Brühe direkt aus der Schüssel zu trinken, da ja ohne Einlage – immerhin blieb mir so der fragwürdige Geschmack des Holzlöffels erspart. Manchmal spielt das Schicksal eben mit, und so bekam ich meine Elektrolyte, ohne das volle Waldflair kosten zu müssen!
Gemeinschaft und mentale Stärke – Wir schaffen das!
Was diesen Mammutmarsch so besonders machte, war nicht nur die körperliche Herausforderung, sondern auch die Gespräche, die uns während des Laufs begleitet haben. Innerhalb unserer Fahrgemeinschaften formierte sich das Feld öfter neu, und es entstand eine wunderbare Harmonie – fast zu perfekt, um wahr zu sein. Wir diskutierten über das Leben, das Universum und den Sinn von Essiggurken. Wer glaubt, bei einem 30-Kilometer-Lauf denkt man nur über sein Leben nach, hat eindeutig noch nie so viel gequatscht!
Am Ende waren wir uns einig: Diese Gruppe passte perfekt. Der Lauf hat uns nicht nur körperlich, sondern auch menschlich bereichert. Und wer weiß, vielleicht laufen wir nächstes Mal die 60 Kilometer, um endlich diese legendären Weinberge zu finden!
Ein fast Marathon und ein definitives nächstes Mal
Nach insgesamt 38 Kilometern, inklusive der Strecken vom und zum Auto, war ich nur noch vier Kilometer von einem vollständigen Marathon entfernt. Diese Erkenntnis, zusammen mit der Tatsache, dass ich noch atmen konnte, bestärkte mich darin, dass ich bereit für größere Herausforderungen bin. Der Mammutmarsch war mehr als nur ein Lauf; er war eine Lebenserfahrung. Wir haben gelacht, geschwitzt, jede Menge unterschiedliches Leckeres gegessen und Essiggurken genossen – jeder Schritt war eine Mischung aus Herausforderung und Freude am Marschieren.
Über Medaillien, Freibier und allerlei Erkenntnisse…
“Als der Lauf geschafft war, freute ich mich dann doch über das wohlverdiente Freibier – auch wenn es nicht zwischen den erhofften Weinbergen serviert wurde. Besonders die alkoholfreie Variante war nach 30 Kilometern ein wahrer Schatz. Gemeinsam stießen wir an und waren uns sicher: Dieser Mammutmarsch wird nicht unser letzter gewesen sein!”
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Manchmal findet man die besten Abenteuer genau dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Ob in einem Schrebergarten voller Energy-Drink-Skulpturen oder beim Versuch, mit einem Holzlöffel Suppe zu essen – jeder Moment war einzigartig und wertvoll.
Und wer weiß? Vielleicht wage ich mich beim nächsten Mal tatsächlich an die vollen 60 Kilometer. Nicht nur, um meine Grenzen weiter auszuloten und eine wunderschöne Medaille umgehängt zu bekommen, sondern auch, um endlich diese legendären Weinberge zu finden und noch mehr skurrile Geschichten zu sammeln.